CLIO Gewinner 2026
Die CLIO wird von »moving history – Festival des historischen Films e.V.« an den besten historischen Film des Jahres verliehen und geht in diesem Jahr an Sandra Prechtel für EINAR SCHLEEF – ICH HABE KEIN DEUTSCHLAND GEFUNDEN (D 2026).
EINAR SCHLEEF – ICH HABE KEIN DEUTSCHLAND GEFUNDEN
„Es hat nur zwei Genies in Deutschland nach dem Krieg gegeben, im Westen Fassbinder und im Osten Schleef“, so Elfriede Jelinek. Der 2001 verstorbene Einar Schleef zählt zu den wichtigsten Vertretern des deutschen Regietheaters. Er wurde zunächst in der DDR, dann in der BRD und schließlich im wiedervereinigten Deutschland für seine Inszenierungen gefeiert, aber auch immer wieder kritisiert. Bis heute gilt er als genialer Künstler und Außenseiter zugleich. Der Dokumentarfilm von Sandra Prechtel montiert Archivmaterial, insbesondere aus dem Nachlass Schleefs – darunter Fotos, Super 8-Filme, Probenmitschnitte, Auszüge aus den Tagebüchern – und entwirft sein Schleef-Bild nah an dessen eigenen Äußerungen und Reflexionen. So erschließt der Film, wie sich Schleefs Werk mit der deutschen Geschichte und damaligen Gegenwart auseinandersetzte; die Missdeutungen und die wechselvolle Rezeption Schleefs macht der Film indirekt als Teil dieser Geschichte kenntlich.
Preisträgerin: Sandra Prechtel
Laudator: Gunnar Decker
Die Jury setzt sich aus den Mitgliedern des »moving history – Festival des historischen Films Potsdam e.V.« zusammen: Den Vorstandsvorsitzenden Ilka Brombach und Peter Ulrich Weiß, den Vorstandsmitgliedern Jutta Braun, Felix Moeller, Sachiko Schmidt und Olaf Berg
CREDITS
Uraufführung: 14. Februar 2026, 76. Berlinale, Sektion Forum
Regie: Sandra Prechtel
Schnitt: Olaf Voigtländer, Katja Dringenberg
Musik: Samuel Wiese, Marie Claire Schlameus
Produktion: Frieder Schlaich, Irene von Alberti